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Online-Rechner Aktualisiert 07.08.2026 6 Min Lesezeit

Erbschein Kosten: mit 2 Eingaben unmittelbar berechnet!

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  • Ein Erbschein ist oft nicht notwendig. Er wird nur verlangt, wenn Banken, Grundbuchamt oder Versicherer keinen anderen Erbnachweis akzeptieren. Prüfen Sie alternative Dokumente, um die Erbscheinkosten zu vermeiden.
  • Alternative Nachweise können Kosten sparen. Notarielle Testamente, transmortale Vollmachten oder das Europäische Nachlasszeugnis können den Erbschein ersetzen. Diese Dokumente beschleunigen die Nachlassabwicklung und reduzieren Gebühren.
  • Die Kosten für einen Erbschein sind gestaffelt. Die Gebühren richten sich nach dem Wert des Nachlasses und können bei höheren Beträgen schnell ansteigen. Nutzen Sie unseren Online-Rechner, um die genauen Kosten zu ermitteln.
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In diesem Artikel
Abschnitt 1 von 7

Erbschein Kosten berechnen: Schnellüberblick & Online-Rechner

Erbschein Kosten richten sich allein nach dem Nachlasswert. Mit dem kostenlosen Online-Rechner oben sehen Sie in weniger als einer Minute, welche Gebühren das Nachlassgericht nach aktuellem GNotKG-Tarif für Erbschein und eidesstattliche Versicherung ansetzt – ganz ohne Tabellen oder Gesetzestexte.

  • Nur 2 Eingaben: Nachlasswert und Erbanteil genügen.
  • Doppelte 1,0-Gebühr: Je eine 1,0-Gebühr für Erbschein und eidesstattliche Versicherung ergibt die Gesamtsumme.
  • Notar statt Gericht: Spart die Gerichtspauschale für die Versicherung, kostet aber +19 % Umsatzsteuer auf die Notarkosten für Erbschein berechnen.

Wie setzt das Gericht die Gebühr fest?

Das Nachlassgericht wendet auf den Geschäftswert zwei identische 1,0-Gebühren an. Die Sprungstufen des GNotKG bewirken, dass der absolute Betrag steigt, während der prozentuale Satz sinkt.

Reichen Sie alle Nachweise vollständig ein. Kann der Rechtspfleger auf die eidesstattliche Versicherung verzichten, halbieren sich Ihre Erbscheinkosten.

So nutzen Sie den Online-Rechner richtig

Der Rechner ermittelt zunächst den Geschäftswert und ordnet ihn automatisch der passenden Gebührenspanne zu.

  • Nachlasswert: Vermögen minus Schulden.
  • Erbanteil: Bei einem Teilerbschein setzt der Rechner nur den anteiligen Geschäftswert an. Zusätzliche Gerichtsauslagen bildet er nicht ab.

Nachlasswert realistisch ansetzen

Ein korrekt ermittelter Nachlasswert verhindert Nachforderungen des Gerichts.

  • Vermögen: Bankguthaben, Wertpapiere, Immobilien, Fahrzeuge, Schmuck.
  • Schulden: Hypotheken, Kredite, offene Rechnungen.
  • Nicht abziehbar: Vermächtnisse oder Pflichtteilsansprüche.

Nutzen Sie für Immobilien den Bodenrichtwert oder ein aktuelles Gutachten. So bleibt der angesetzte Geschäftswert plausibel und die Gebühr niedrig.

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Wann braucht man einen Erbschein – und wann kann man ihn vermeiden?

Ein Erbschein ist nur dann nötig, wenn Banken, Grundbuchamt oder Versicherer keinen anderen eindeutigen Erbnachweis akzeptieren. Andernfalls lassen sich die Erbschein Kosten vollständig vermeiden.

Prüfen Sie daher zuerst mögliche Alternativen. So sparen Sie nicht nur Geld, sondern häufig mehrere Wochen Bearbeitungszeit.

Erbschein-Pflicht oder alternative Erbnachweise?

Ob ein Erbschein verlangt wird, entscheidet die Stelle, bei der Sie Ihr Erbrecht nachweisen müssen. Ein schneller Blick in die Formular-Anforderungen bringt Klarheit.

  • Grundbuchamt: Akzeptiert nur notarielle Urkunden (Testament/Erbvertrag) oder eben einen Erbschein.
  • Banken & Versicherungen: Häufig genügt eine transmortale Vollmacht oder ein notarielles Testament.
  • Auslandsvermögen in der EU: Das Europäische Nachlasszeugnis ersetzt den Erbschein vollständig.

Drei-Punkte-Check vor dem Antrag:

  • Existiert ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag?
  • Gibt es eine transmortale Vollmacht?
  • Akzeptiert die Stelle einen dieser Nachweise?

Trifft einer der Punkte zu, können Sie die Erbschein-Gebühr oft vollständig sparen.

Welche Dokumente ersetzen den Erbschein?

Folgende Unterlagen gelten als gleichwertiger Erbnachweis und umgehen die doppelte 1,0-Gebühr. Die Tabelle zeigt, wofür sie ausreichen und was dafür vorliegen muss.

DokumentErsetzt den Erbschein fürVoraussetzung
Notarielles TestamentNachweis gegenüber Banken und Behörden, meist auch gegenüber dem GrundbuchamtNotarielle Beurkundung, eindeutige Erbfolge
ErbvertragNachweis gegenüber Banken und BehördenNotariell beurkundeter Vertrag, eindeutige Erbfolge
Transmortale VollmachtSofortigen Zugriff auf KontenÜber den Tod hinaus wirksame Vollmacht des Erblassers
Europäisches NachlasszeugnisVermögen in mehreren EU-StaatenGrenzüberschreitender Erbfall innerhalb der EU
TestamentsvollstreckerzeugnisLegitimation des TestamentsvollstreckersAngeordnete Testamentsvollstreckung; gilt nicht für die Erben selbst

Ein handschriftliches Testament genügt dem Grundbuchamt in der Regel nicht. Für eine Immobilie bleibt der Erbschein oder ein notarielles Testament unverzichtbar.

Praxisfälle: Immobilie, Bankkonto, Auslandsvermögen

  • Immobilie: Ohne notarielles Testament fordert das Grundbuchamt fast immer den Erbschein.
  • Bankkonto: Reicht die Vollmacht nicht aus, verlangt die Bank den Erbschein oder ein notarielles Testament.
  • Auslandsvermögen: Innerhalb der EU genügt meist das Nachlasszeugnis – das spart die doppelten Gebühren.

Liegt ein notarielles Ehegattentestament vor, akzeptiert die Hausbank dieses als Erbnachweis. Die Witwe spart rund 546 € Erbscheingebühr bei 100 000 € Nachlass.

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Erbschein beim Nachlassgericht: Gerichtskosten, Ablauf & Spartipps

Das Nachlassgericht erhebt für einen Erbschein zwei identische 1,0-Gebühren. Mit dem Online-Rechner oben sehen Sie sofort, welche Kosten Erbschein beim Nachlassgericht dabei entstehen.

Gut vorbereitet sparen Sie Zeit – und manchmal sogar die halbe Gebühr. Ein klarer Fahrplan verhindert zudem Nachfragen des Gerichts.

Gerichtskosten Erbschein: So rechnet das Nachlassgericht

Grundlage ist der Geschäftswert: Vermögenswerte minus Schulden zum Todeszeitpunkt. Jede Sprungstufe der GNotKG-Tabelle löst je eine 1,0-Gebühr aus.

  • Doppelte 1,0-Gebühr: Erbschein und eidesstattliche Versicherung.
  • Absolut steigend, prozentual fallend: Die Gebührenbeträge je Wertstufe ergeben sich aus Tabelle B der Anlage 2 zum GNotKG.

Wann verzichtet das Gericht auf die eidesstattliche Versicherung?

Die Versicherung bestätigt, dass Ihre Angaben zum Nachlasswert richtig sind. Das Gericht kann darauf verzichten, wenn alle Nachweise vorliegen und keine Zweifel an der Erbfolge bestehen.

  • Notarielles Testament/Erbvertrag: amtlich beurkundet und eindeutig.
  • Vollständige Vermögensaufstellung: Konto-, Depot- und Immobilien­werte lückenlos belegt.
  • Keine Einwände Dritter: Kein Miterbe stellt Fragen zur Erbfolge oder zum Nachlasswert.

Liefern Sie alle Dokumente gleich mit dem Antrag. Erspart Ihnen der Rechtspfleger die Versicherung, halbieren sich die Erbscheinkosten sofort.

Schritt-für-Schritt-Leitfaden: Erbschein beantragen

Mit diesem Ablauf schließen Sie den Antrag oft in einem Termin ab. Halten Sie alle Unterlagen vorab bereit.

  • Zuständigkeit: Nachlassgericht am letzten Wohnsitz des Erblassers.
  • Unterlagen: Sterbeurkunde, Ausweis, Familienstammbuch, Nachlassaufstellung.
  • Antrag: Schriftlich oder mündlich zur Niederschrift.
  • Eidesstattliche Versicherung: Nur falls vom Gericht verlangt.
  • Gebühr zahlen: Überweisung oder EC nach Rechnungsstellung.
  • Erbschein erhalten: Meist 4–8 Wochen später.

Wer zahlt die Erbschein-Kosten bei mehreren Erben?

Formal schuldet der Antragsteller die Gebühr. In einer Erbengemeinschaft kann man die Summe jedoch per Vereinbarung aus dem Nachlass oder nach Erbquote ausgleichen.

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  • Gemeinsamer Antrag: Nur ein Erbschein, eine Gebühr.
  • Teilerbschein: Gebühr richtet sich allein nach dem beantragten Anteil.

Nachlass 100 000 € – gemeinschaftlicher Erbschein (2 Erben): 546 € insgesamt. Teilerbschein für 50 %: 330 € für den einzelnen Erben.

Erbschein-Typen: Unterschiede & wann sie sinnvoll sind

Drei Varianten decken unterschiedliche Situationen ab; wählen Sie die, die zu Ihrem Fall passt.

TypFür wenVorteil
AlleinerbscheinFür einen einzigen ErbenSchnell und unkompliziert, weil niemand widersprechen kann
Gemeinschaftlicher ErbscheinFür alle Miterben gemeinsamSinnvoll, wenn sich die Erbengemeinschaft einig ist und gemeinsam über den Nachlass verfügen will
TeilerbscheinFür einen oder mehrere Erben nur für ihren AnteilIdeal, wenn einzelne Erben rasch handeln müssen (etwa Kontenzugang), die anderen aber noch Zeit brauchen

Je größer die Einigkeit, desto günstiger der gemeinschaftliche Erbschein. Bei Uneinigkeit oder Eile beantragen Sie einen Teilerbschein und zahlen nur für Ihren Anteil.

Persönlicher Experten-Tipp
Bevor Sie vorschnell einen Erbschein beantragen, prüfen Sie ob dieser wirklich benötigt wird. In vielen Fällen kann auf einen Erbschein und damit erhebliche Kosten verzichtet werden!
Foto Dr. jur. Stephan Seitz, JuristDr. jur. Stephan Seitz · Jurist · Gründer RECHNER.APP
Abschnitt 4 von 7

Erbschein über den Notar: Mehrkosten, aber oft schneller

Beim Notar zahlen Sie zur doppelten 1,0-Gebühr zusätzlich 19 % Umsatzsteuer auf die Notarkosten. Dafür erledigt er Antrag und eidesstattliche Versicherung in einem Termin.

Ob sich diese Mehrkosten lohnen, hängt von Aufwand, Dringlichkeit und der Erbkonstellation ab. Schnelligkeit kann hier den Ausschlag geben.

Erbschein-Kosten beim Notar vs. Nachlassgericht

Die Grundgebühr für den Erbschein bleibt identisch; Unterschied machen Notarkosten und Umsatzsteuer.

  • Doppelte 1,0-Gebühr: Erbschein und eidesstattliche Versicherung.
  • Notarkosten: Für Beurkundung und Weiterleitung fällt nochmals eine 1,0-Gebühr an.
  • 19 % Umsatzsteuer: Nur auf die Notarkosten.

Nachlass 100 000 € – Gericht: 546 €. Notar: 546 € Gericht + 546 € Notar + 104 € USt = 1 196 €.

Ist beim Nachlassgericht erst in sechs Wochen ein Termin frei, kann die sofortige Bearbeitung durch den Notar die Mehrkosten rechtfertigen.

Wann lohnt sich der Notar?

Der höhere Preis zahlt sich aus, wenn der Notar organisatorische Hürden abbaut oder Zusatzleistungen erbringt. Das spart den Erben Zeit und Nerven.

  • Verteilte Erben: Ein Notar-Termin ersetzt mehrere Gerichtsbesuche.
  • Komplexe Testamente: Der Notar klärt Formfragen und Streitpunkte.
  • Auslandsvermögen: Antrag fürs Europäische Nachlasszeugnis aus einer Hand.
  • Dringender Liquiditätsbedarf: Schneller Zugriff auf Konten oder Verkauf einer Immobilie.

Fehlen Zeitdruck und Streitpunkte, ist das Nachlassgericht die günstigere Wahl – gleiche Rechtssicherheit, deutlich weniger Kosten.

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Kostenbeispiele & Gebührentabelle bis 2 Mio. € für Kosten Erbschein

Die folgende Kosten Erbschein Tabelle zeigt je eine 1,0-Gebühr für Erbschein und eidesstattliche Versicherung nach Tabelle B der Anlage 2 zum GNotKG. Zwischenwerte berechnen Sie sekundenschnell mit dem Online-Rechner.

Je höher der Nachlass, desto höher der absolute Betrag, während der Prozentsatz sinkt.

Gebührenstaffel im Überblick

NachlasswertErbschein (1,0)Eidesstattliche Versicherung (1,0)Summe (2,0)
10 000 €75 €75 €150 €
25 000 €115 €115 €230 €
50 000 €165 €165 €330 €
100 000 €273 €273 €546 €
250 000 €535 €535 €1 070 €
500 000 €935 €935 €1 870 €
1 000 000 €1 735 €1 735 €3 470 €
2 000 000 €3 335 €3 335 €6 670 €

Zu den aufgeführten Beträgen können geringe Gerichtsauslagen für Kopien oder Zustellungen (3 – 20 €) hinzukommen. Zwischenwerte oder Teilerbschein-Varianten liefert der Online-Rechner exakt.

Warum steigen die Gebühren nicht linear?

  • Feste Sprungstufen: Jeder Wertklasse ist ein fester Gebührensatz zugeordnet.
  • Dekressiver Tarif: Prozentual sinkend, absolut steigend.
  • Teilerbschein spart Gebühren: Gebühr richtet sich dann nur nach dem Anteil des Antragstellers.

Bei sehr hohem Nachlass kann der Teilerbschein vierstellige Beträge sparen – vorausgesetzt, Sie verwalten den Anteil eigenständig.

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Vorsorge-Dokumente im Detail: notarielles Testament, Vollmacht, Nachlasszeugnis

Die drei Vorsorge-Dokumente unterscheiden sich in Form, Reichweite und Zeitpunkt ihrer Errichtung. Wer sie zu Lebzeiten anlegt, bestimmt damit, welchen Nachweis die Erben später überhaupt brauchen.

Notarielles Testament und Erbvertrag

Beide entstehen zu Lebzeiten des Erblassers vor dem Notar und werden nach dem Tod vom Nachlassgericht eröffnet. Das Eröffnungsprotokoll zusammen mit der Urkunde ist der Erbnachweis – ein zweiter Antrag beim Nachlassgericht entfällt.

  • Form: Notarielle Beurkundung, amtliche Verwahrung, Registrierung im Zentralen Testamentsregister – der bundesweiten Datenbank der Bundesnotarkammer.
  • Bindung: Der Erbvertrag bindet den Erblasser an seine Verfügung, das Testament nicht.
  • Kostenwirkung: Die Beurkundungsgebühr richtet sich nach dem Vermögen zum Zeitpunkt der Errichtung, die spätere Erbscheingebühr nach dem Nachlasswert im Todesfall.

Transmortale Vollmacht

Die transmortale Vollmacht wirkt über den Tod hinaus gegenüber den Erben und macht den Bevollmächtigten sofort handlungsfähig, ohne Eröffnungstermin und ohne Wartezeit. Banken verlangen dafür meist ihr eigenes Formular oder eine notarielle Beglaubigung der Unterschrift.

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Toni, RECHNER.APP » Assistent, formuliert Ihren individuellen Erbauseinandersetzungsvertrag mit Ihnen im Dialog — auf Basis Ihrer Angaben, direkt verwendbar inklusive der Verteilung der Nachlassgegenstände.

Ihre Grenze liegt in der Reichweite: Sie legitimiert zum Handeln, weist aber nicht aus, wer Erbe geworden ist. Für die Grundbuchberichtigung auf die Erben genügt sie deshalb nicht – sie erlaubt lediglich Verfügungen, die der Bevollmächtigte im Namen des Erblassers vornimmt.

Europäisches Nachlasszeugnis

Das Europäische Nachlasszeugnis wird ebenfalls beim Nachlassgericht beantragt, gilt aber in allen EU-Staaten außer Dänemark und Irland unmittelbar. Es ersetzt damit mehrere nationale Erbnachweise; die beglaubigte Abschrift ist allerdings nur sechs Monate gültig und muss danach verlängert werden.

Ein Erblasser mit Ferienwohnung in Spanien errichtet ein notarielles Testament. Die Erben legen die eröffnete Urkunde der deutschen Bank vor und beantragen für die spanische Immobilie das Nachlasszeugnis – zwei Nachweise, aber kein deutscher Erbschein.

Vorsorge-Dokumente wirken nur, wenn die Erben sie finden. Die Registrierung im Zentralen Testamentsregister sichert, dass das Nachlassgericht die Urkunde von Amts wegen eröffnet.

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Weitere Kosten nach dem Erbschein: Grundbuch, Steuer & Nachlassinsolvenz

Mit dem Erbschein allein sind die Erbe annehmen Kosten noch nicht abgeschlossen. Vor allem beim Immobilien­erbe fallen Grundbuchgebühren an.

Wer rechtzeitig handelt, kann diese Folgekosten deutlich reduzieren.

Grundbuchkosten nach dem Erbschein

Bei Immobilien ist der Eigentümerwechsel im Grundbuch unvermeidlich. Maßgeblich ist § 60 GNotKG.

  • Gebührenfrei: Antrag innerhalb von 24 Monaten nach dem Todesfall.
  • Danach ca. 0,5 %: des Immobilienwerts, mindestens 35 €.
  • Kein Notarzwang: Formularantrag genügt.

Hauswert 300 000 € – Antrag innerhalb 24 Monate: 0 €; danach rund 1 500 € Grundbuchgebühr.

Stellen Sie den Grundbuchantrag sofort nach Erhalt des Erbscheins. So bleibt die Eintragung kostenlos und die Kosten Erbschein Immobilie beschränken sich auf die Gerichtsgebühr.

Erbschaftsteuer & Nachlassinsolvenz

Zusätzlich zum Erbschein können Steuerzahlungen oder gerichtliche Kosten entstehen, falls der Nachlass überschuldet ist.

  • Erbschaftsteuer: Fällig, wenn Freibeträge überschritten werden; Erbscheingebühren mindern als Nachlassverbindlichkeiten den steuerpflichtigen Erwerb (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG).
  • Nachlassinsolvenz: Gerichtskosten ab 120 € nach dem Gerichtskostengesetz, steigend mit der Masse.
  • Erbausschlagung: Kostet rund 30 € und schützt vor Schuldenhaftung.

Bei unklarem Vermögensstand sollten Erben rechtzeitig ein Nachlassverzeichnis beantragen oder im Zweifel ausschlagen.

Neben den Erbscheinkosten zählen auch Grundbuch- und Insolvenzkosten zu den abzugsfähigen Nachlassverbindlichkeiten – das senkt die Erbschaftsteuer zusätzlich.

FAQ · Häufige Fragen

Was Leser zu diesem Thema fragen

Wann benötige ich einen Erbschein?
Ein Erbschein ist erforderlich, wenn Banken, das Grundbuchamt oder Versicherungen keinen anderen Nachweis des Erbrechts akzeptieren. Prüfen Sie zunächst, ob ein notarielles Testament oder eine transmortale Vollmacht vorliegt, um die Erbschein Kosten zu vermeiden.
Wie hoch sind die Erbschein Kosten?
Die Erbschein Kosten richten sich nach dem Wert des Nachlasses und betragen in der Regel zwei identische 1,0-Gebühren. Beispielsweise kosten 100.000 € Nachlass etwa 546 € für den Erbschein.
Gibt es Möglichkeiten, die Erbschein Kosten zu vermeiden?
Ja, die Erbschein Kosten können vermieden werden, wenn ein notarielles Testament, eine transmortale Vollmacht oder das Europäische Nachlasszeugnis vorliegt. Diese Dokumente fungieren als gleichwertige Nachweise.
Was passiert, wenn ich den Erbschein nicht beantrage?
Ohne Erbschein können Sie möglicherweise nicht auf Bankkonten zugreifen oder Immobilien übertragen. Dies kann die Nachlassabwicklung verzögern und zusätzliche Kosten verursachen, wenn Sie später doch einen Erbschein beantragen müssen.
Wer trägt die Erbschein Kosten in einer Erbengemeinschaft?
In einer Erbengemeinschaft ist der Antragsteller formal für die Erbschein Kosten verantwortlich. Diese können jedoch durch Vereinbarung unter den Erben aus dem Nachlass oder nach Erbquote aufgeteilt werden.
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Dr. jur. Stephan Seitz

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